Für Fans, die nicht alle Alben der irischen Rockband
U2 besitzen, kommt dieses Best-Of Album bestimmt sehr gelegen. Doch nicht nur für Fans, sondern für DJ´s, die gerne auf die frühen Hits dieser Band für Parties zurückgreifen, denn diese reihen sich hier fast ausnahmslos aneinander. Ich für meinen Teil habe die meisten Songs von
U2 immer samstagabends in der Tanzschule Siebenhüner gehört bzw. gelebt. Zu „Pride (in the name of love)“, „I still haven´t found what I´m looking for”, “Where the streets have no name” und “Sunday bloody Sunday” gingen meist die Jungs auf die Tanzfläche, um dort Kuschelpogo im Schritttempo zu praktizieren - tanzen konnte man das jedenfalls nicht nennen. Und im Anschluss kam dann immer was von
Depeche Mode. Ansonsten hab ich mich nicht viel mit
U2 befasst. Ich kannte zwar das fulminante Video zu „I still haven´t found what I´m looking for“, welches auf dem Dach eines Hochhauses gedreht wurde und wusste, dass es in „Sunday bloody Sunday“ irgendwie um die Auseinandersetzung der Protestanten und Katholiken in Nordirland ging, aber das war es auch schon. Später erklang „With or without you“ immer dann wenn
Rachel &
Ross in der Fernsehserie
Friends zueinander fanden bzw. Liebeskummer hatten. Dieser Song wurde damals auch auf Platz 8 des „80er Jahre Fete“-Samplers gewählt. Der einzige Song auf der Platte, den ich bisher nicht kannte, ist „Bad“. Welche Wandlungsfähigkeit die Stimme von Sänger
Bono hat, kann man in dem wunderschönen Song „Sweetest thing“ bereits hören, die hier fast in kastratenartige Höhen geschraubt wird. Der Song „Desire“ war lange Zeit einer meiner Favoriten bei einer privaten Hitparade, an der ich teilgenommen habe, da hier zum ersten Mal rockige Gitarren bei
U2 erklingen. Legendär ist auch das Duett mit
B.B. King in „When love comes to town“. Hiddentracks sind ja nicht mein Ding, doch wenn der Song „October“ auf dem gleichnamigen Album der Band ebenfalls versteckt war, passt er doch ganz gut. Fazit: Ein Best of - voll mit Hits.
Interessant ist natürlich auch die bei der limitierten Erstauflage beiliegende CD mit den B-Seiten. Da ich leider kein Album dieser frühen Phase von
U2 habe, kann ich nicht beurteilen, ob diese Songs auch als A-Seiten hätten durch gehen können. Zunächst kommen die Songs „The three sunrises“ und „Spanish eyes“ aber sehr druckvoll daher. Erst nach ca. zwei Minuten unterscheidet sich die beiden Versionen des Songs „Sweetest thing“, da dort discoartige Beats erklingen, die dem Song aber eher schaden. Mit „Bass trap“ ist ein verträumtes Instrumentalstück vertreten. Dann folgen drei Coversongs: „Dancing barefoot“ von der
Patti Smith Group;
Robert Knight´s „Everlasting love“ auf einer schrammeligen Akkustikgitarre vorgetragen und der
The Righteous Brothers Klassiker „Unchained melody“. Wirklich gut zur „Desire“-Single passt der Song „Hallelujah here she comes“. Bei „A room at the Heartbreak Hotel“ wird die Band durch einen Frauenchor unterstützt. Abschließend sei zu erwähnen, dass mit dem Lied „Silver and gold“ der einzige Song vertreten ist, der aus meiner Sicht den Platz auf der A-Seite verdient gehabt hätte.

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