
Puh, auf was hab ich mich da nur eingelassen? Durch das Review der
Mouth-CD „Rhizome“ wurde diese Band aus Aachen auf mich aufmerksam und fragte mich über
MySpace, ob ich deren Debütalbum auch rezensieren möchte. Natürlich sagte ich ja und sitze nun hier und weiß nicht was ich schreiben soll. Gut fand ich den Tipp des Sängers
Jonas Wingens: „Nicht vom ersten Hören verunsichern lassen“ - dieser ist durchaus berechtigt.
The Void´s Last Stand spielen Progressive Rock, wobei ich noch das Attribut „Art“ hinzufügen möchte. Definitiv ist dies keine leichte Kost. Am Anfang geht es noch mit einem recht poppigen Sound los (was mich spontan an die Band
Panic! At the Disco erinnert), welcher aber schnell in abstrakte Gitarren- und Schlagzeugtöne übergeht, die viele Leute vielleicht nerven wird. Wer musikalisch allerdings aufgeschlossen ist, wird - nach fast siebenminütiger Dauerberieselung mit diesen Tönen – genau diese abstrakte Melodie mögen. Die Platte ist nach guter, alter Progressive-Tradition übrigens in zwei Haupttitel mit jeweils fünf bzw. vier Untertiteln aufgeteilt, wobei man den zweiten Track „Under the Ardent sun“ eigentlich als Gesamtwerk ansehen muss. Dieser beginnt düster, wirkt im Mittelteil operetten- und varietéhaft und endet in einem vielleicht nicht nötigen Hiddentrack. Dies bedeutet fünfundzwanzig Minuten purer Rock, in dem es um einen Künstler geht, der sich nicht zwischen Gedichten und Erzählungen entscheiden kann und deshalb den Mittelweg wählt. Zum ersten Track „Mother sun and the other son (Part I)“ möchte ich folgende Textzeile zitieren: “Sing you a song of 27 sounds / No, no sing you a sound of 27 song”, welches nicht treffender sein könnte. Doch fallen mir bei dieser Band nicht nur 27 Sounds, sondern auch 27 verschiedene Gesangsstile des Sängers auf und 27 Vergleiche mit anderen Bands wie u.a.
The Mars Volta,
Nektar,
Frumpy,
Can und
Rush. Was fällt sonst noch auf? Am Ende von „II. Graves of Afamiya“ erklingt ein wunderschönes Drumsolo von
Ray Dratwa im Stil des jungen
Ginger Baker, ein angsteinflößendes Kichern in „III. Immaés amazons – Lichtode“ und traditionelle Heavy-Metal-Gitarrenriffs am Ende von „V. Phaeton glorifcnuch“, die in kirmesartigen Klängen enden. Fazit: Gut, dass ich mich auf dieses Experiment eingelassen habe, denn diese Band hat meinen Musikhorizont definitiv erweitert.
MySpace-Seite der Band:
http://www.myspace.com/thevoidslaststand
Homepage der Band:
http://www.tvls.de
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