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The coldest Sun Festival - Hagen, Kultopia 10.01.2009 mit The Art of Killing, Madison Zero, Backyard 20 u.a.

Na, da fängt das neue Jahr ja gut an. Gleich fünf gute Bands im Kultopia, die sich im Großen und Ganzen dem Rock & Punk verschrieben haben. Noch dazu eine italienische Band. Da hab ich mich dann doch von meiner Couch aufgerafft und bin hingegangen.

Zunächst empfingen mich sehr harte Metalcoreklänge der Hagener Band The Art of Killing, was ja nicht gerade mein Ding ist. Der Gesang von Sänger Reinhard, der irgendwo zwischen Mark Greenway (Napalm Death) und George Fisher (Cannibal Corpse) liegt, passte zwar zu den ersten Songs „Terror & War“, „Burn in hell“ und „Ressurrection“, ging mir dann aber doch auch schnell auf die Nerven. Zum ersten Mal konnte man dann bei „Jump“ halbwegs den Text verstehen. Der Song „Mosheroni“ lud dann, wie passend, sogar zum Moshen ein und einige Fans aus dem Publikum begannen zu pogen. Dann ein gewagter Stilwechsel mit „Kept animal“, nämlich Punkrock, der nach den vorangehenden Liedern eher an Kuschelpunk erinnerte, aber trotzdem rockte. Bei „Mascot“ wagte Bassist Christian dann sogar einen Sprung ins Publikum, welches ihn auch artig auffing: Gute Aktion. Den ruhigsten Songs des Auftritts „How much this pain hurts“, stellte dann für mich auch den besten der Band dar, da dieser die Stimme des Frontmannes in Emo-Gefilde lenkte, was sehr gut zusammen passte. Zum Schluss gab es dann auch noch eine Wall of Death im Publikum. Für eine Musikrichtung, der ich bisher nicht viel abgewinnen konnte, ein sehr guter Auftritt.

Als zweite Band des Abends durften dann die Italiener Spellbound Dazzle ran. Und was muss ich sagen: Die Bühne des Kultopias scheint für italienische Bands sehr fruchtbar zu sein. Nach Jadish und Goddass, die beide bei den „Voll auf die Moppe“-Festivals gespielt haben, machte auch diese Band hier eine verdammt gute Figur. Ein sehr sympathischer Frontmann, dem man diese Stimme, die zwischen Serj Tankien und Zack de la Roche liegt, gar nicht zugetraut hätte, legte gut los. Schon beim zweiten Song „So close“, der mit einem Drum-Gewitter eingeleitet wurde, zog die Band das Publikum in seinen Bann. Der Song wurde übrigens chansonartig auf dem Keyboard beendet: Geiles Ding. Der dritte Song „Goodby“ kam dann ruhiger, fast schon poppig daher und erinnerte mich sogar an den „La Boum“-Soundtrack. Immer wieder gab es geile Gitarrensoli von Gitarrist Stekovic Branko, wobei besonders jenes in „Foolin“ begeisterte. Die Keyboardbegleitung in „Your face“, übrigens von Sänger Stekovic Kreso gespielt, hatte dann sogar was typisch italienisches, nämlich einen Paolo Conti-Touch. Als Vergleich für die Band muss man System of a Down nennen, natürlich auch wegen des letzten Songs, welcher ein Cover von „Toxicity“ darstellte. Großartiger Auftritt!

Die folgende Band Without Wax aus Wesel kannte ich bisher nur aus Zeitungsartikeln, da sie von Siggi Bemm im Hagener Woodhouse Studio produziert worden sind. Tja, und das hört man auch. Hier trifft Rock auf Punk, schleicht um Emo herum, bevor er im Alternativesektor endet. Der Sänger Yannick Dahl tritt sehr selbstbewusst auf und weiß sein Publikum sofort zu überzeugen. Seine Stimme kommt mir übrigens bei manchen Liedern wie eine Mischung aus Bruce Springsteen und Lenny Kravitz vor. Doch nicht nur Lobhudelei, denn wer „Beat it“ von Michael Jackson covert, sollte zumindest den Text deutlich singen können - das war hier nicht der Fall. Ein Song, der aufgrund seiner Leichtigkeit und dem Ohrwurmrefrain richtig Laune macht, war übrigens „No school today“. Was ein wenig nervte, waren die Abschlüsse der Songs „Lead you to the sun“, „Don´t get mad“ und „Kevin´s got a gun“, die viel zu überheblich rüberkamen. Das sollte man doch dann lieber auf den letzen Song des Sets reduzieren, obwohl musikalisch alles perfekt gespielt wurde. Zum Abschluss kam dann ein Cover und gleich die Lieferung einer Vergleichsband: „The pretender“ von den Foo Fighters. Aufgrund des noch recht jungen Durchschnittsalters der Band kann hier noch einiges passieren.

Dann der eigentliche Grund, warum ich mich von meiner Couch aufgerafft hatte: Die Punkrocker Madison Zero aus Remscheid. Damals als Opener von „Voll auf die Moppe Vol. 2“ konnten sie mich schon überzeugen und das taten sie auch heute wieder. Aufgrund einer Erkältung machte Sänger Vinko Razgorsek diesmal keine lustigen Zwischenansagen, sondern zog das Programm schnell durch. Aber genau das war gut so, denn die Musik, die irgendwo zwischen Bad Religion, Rise Against und Taking Back Sunday anzusiedeln ist, bedarf nicht vieler Pausen. Zumindest nicht, wenn es solche schönen Songs mit mitzugröhlenden Refrains wie „Where have you been“, „Wasting your time“ und „Inside my heart“ gibt. Bei den Refrains singt übrigens Gitarrist Sebi immer lautstark mit, was mich zur einzigen Anmerkung kommen lässt: Vielleicht wäre ein dreistimmiger Refrain mit Bassgitarrist Tim sogar noch druckvoller. Aber egal, Spaß hat es mir auf jeden Fall gemacht und ein Duzend Leute im Publikum, die gründlich gepogt haben, anscheinend auch.

Dann, ich muss es leider vorweg nehmen, zur Enttäuschung des Abends: Backyard 20 aus Breckerfeld. Punkrock kann Spaß machen, bei dieser Combo vergeht mir dieser aber leider sehr schnell. Da nutzt auch nicht die Ausrede des Aushilfsbassisten Steven von The Art of Killing, der die Songs innerhalb von zehn Tagen einstudieren musste. Ich finde einfach, dass sich nach maximal drei Songs, die übrigen alle gleich anhören. Liegt das vielleicht an den nun rein englischsprachigen Songs? Vielleicht ist das Abrocken der einzelnen Bandmitglieder auch einfach zu gewollt? Ich weiß es nicht. Was ich aber definitiv weiß ist, dass das Publikum nicht wirklich mitgegangen ist. Da war bei Madison Zero mit zwölf Leuten mehr los vor der Bühne. Kann man hier schon von Übersättigung der Fans sprechen? Komisches Dingen, vor allem da ich mich diesmal sogar irgendwie nach dem Song „Tag am Meer“ gesehnt habe. Und dies hätte ich nie von mir erwartet. Na ja, vielleicht bzw. hoffentlich ist der nächste Auftritt besser.

Fazit: Es lohnt sich eben doch manchmal, sich von der Couch aufzuraffen. Danke dafür an das Sound of Truth Events-Team.


www.myspace.com/theartofkilling
www.myspace.com/spellbounddazzle
www.myspace.com/ohnewachs
www.myspace.com/madisonzerorock
www.myspace.com/backyard20
www.myspace.com/sot_events

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ChrisCore Kommentar von ChrisCore am 25. Februar 2009 um 5:14am
Die Firma dankt für die tolle Review.

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