Ein Konzeptalbum über Gewalt; Gewalt gegen Kinder, Behinderte und Unterdrückte. Harte Texte, folglich auch harte Musik.
Oomph! sind dafür prädestiniert. Obwohl die Platte mit einem Spieluhr-Intro beginnt und mit leichten Sturmwehen aufhört liegt dazwischen doch Musik, die so nicht jeder akzeptieren kann. Schon in "Born – praised – kissed" gibt es die Textzeile "Suck my dick – I like it" und dies ist nicht dem normalen Geschlechtsakt gleichgestellt. Das härteste Stück folgt mit "Wunschkind". Hier kann man regelrecht mitfühlen was ein mißhandeltes Kind alles erleiden muß. Dann folgen zwei englischsprachige Songs, die auch wieder einen Kritikpunkt darstellen, nämlich den, das
Oomph! besser nur deutsche Songs machen sollten. Was sich hier
Machine Head-mäßig anhört und mit "Phantom der Oper"-Klängen unterlegt ist, kann genauso wie "Mind over matter" einfach nicht überzeugen. Hierzu muß ich aber erwähnen, daß sich "Down in this hole" dann trotzdem nach dem dritten Durchlauf zu einem richtigen Kracher entwickelt. Die beiden Instrumentalstücke, einmal mit Chorgesang ("Wälsungenblut"), einmal mit Pianoklängen ("Filthy playground") unterlegt überzeugen auch nicht richtig. Dann schon eher "Krüppel" mit dem Text: "Drück deine Stiefel in mein Gesicht doch deine Stiefel – berührn mich nicht". Das Sänger
Dero mehrere Gesangsstile drauf hat merkt man bei "My soubrette", wobei ich diesen Song nie als
Oomph!-Song erkannt hätte, was sich aber auch zum Nachteil entwickeln kann. Das auf deutsch gesungene "I.N.R.I. vs. Jahwe" unterstreicht dies nur. Für Hartgesottene ist noch der letzte Song, der aus einem Sampler besteht, aber absolut der Wahrheit entspricht. Schlußsatz: Geiles Konzeptalbum, welches durch seine Texte absolut überzeugt, aber musikalisch etwas durchhängt.

Sie müssen Mitglied von Hagen Rocks e.V. Community sein, um Kommentare hinzufügen zu können!
Werde Mitglied bei diesem sozialen Netzwerk