Hier kommt er, der Drecksack, das Arschloch unter den Comedians. Ich weiß noch, wie skeptisch mein Bruder geschaut hat, als zu diesem Programm, seinem dritten, nach Schwerte musste. Aber was soll ich sagen? Mein Bruder war begeistert. Es lag vielleicht daran, dass er mit diesem Programm nicht die ganze Zeit unter die Gürtellinie zielt. Deswegen ist er aber trotzdem nicht müde geworden, sämtliche Prominente weiter durch den Kakao zu ziehen. Dies fängt schon in „Sexsymbol“ an, wo er ein Wortspiel mit dem Wohnort von
Dieter Bohlen bringt, oder wie er in „Die Geburt“ die Entstehungsgeschichte der Warze von
Peter Maffay erklärt. Auch schwingt immer ein leicht rechter Humor in seinem Programmen mit, wie in „Sächsisch angepisat“, wo er andeutet, dass es schon wichtig ist, worauf ein Ex-Skinhead einen Spruch wie „Ausländer rein“ schreibt. Niemand parodiert
Herbert Grönemeyer so überzogen, aber auch so gut wie
Ingo Appelt. Er erklärt uns den Erfolg eines
Xavier Naidoo daran, dass dies eben Frauenmukke ist, sogenannte Eierstockvibrations. Natürlich darf man über die deutschen Misserfolge beim „Mitleidsgrandprix“ wie
Corinna May oder
Lou lästern, seinen Vorschlag das nächste Mal einen Taubstummen an den Start zu schicken, der in Gebärdensprache singt bzw. die Tanzkapelle Los Conterganos ist dann aber doch schon sehr harter Tobak. Genauso hart, selbst für Raucher, ist die Nummer „Es sind noch Kippen da“. Zwischenrufer aus dem Publikum werden übrigens von
Ingo Appelt in einer Arschlochkartei verewigt. In „Vatter, Vatter unser“ parodiert er
Johannes Rau, gefolgt vom Polenpaule, der angeblich früher Hits im
Modern Talking-Stil gecovert hat. Nicht sofort klar wird, wem er sein „Liebeslied“ widmet. Die Nummer mit seiner Handpuppe „Pimmelchen“ kommt natürlich live besser rüber. Ich bin überzeugt, dass die Nummer „Arschrasur“
Charlotte Roche zu „Feuchtgebiete“ inspiriert hat. Dann folgt wieder ein Wortspiel, diesmal mit dem Nachnamen unseres Kaisers
Franz Beckenbauer. In der „Nazischmonzette“ verewigt er
Piet Klocke als
Adolf Hitler. Die Reaktion auf die Aussage „Schatz, wir bekommen ein Baby“, die er in „James Bond hat keine Kinder“ darstellt, sollte nicht jeder werdender Vater bringen. Sehr lustig ist auch seine Darstellung des Mannes, der bei der Entbindung dabei ist, nämlich anhand der Vorstellung und der späteren Realität. In „Die Pissnelke“ wird extra das Programm unterbrochen um auf eine Zuschauerin aus dem Publikum zu warten, die mal aufs Klo musste. Das wird die kein zweites Mal mehr machen. Zum Schluss folgt dann seine eigene Grabrede, gesprochen von
Johannes Rau. Wie bereits oben erwähnt, ist das Programm nicht mehr so hart wie die beiden ersten, aber noch hart genug um einem Bauchschmerzen vor Lachen zu bereiteten.

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