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Appelt, Ingo - Der Abräumer CD (1997) 7,5/10 Punkten

Was war das für ein Aufruhr damals, als Ingo Appelt zum ersten Mal bei RTL Samstag Nacht zu sehen war. Da wurde gefragt, ob der wirklich so fiese Witze über unsere Politiker machen darf, ganz abgesehen von unserem Heiligen Vater Papst Johannes Paul II. Und was für versaute Wörter der in den Mund nahm. Darf Satire soweit gehen? Ich finde sie darf, und noch viel weiter. Ingo Appelt macht vor gar nichts halt. Wenn er unsere Verwandtschaft im Osten in „Land unter“ nieder macht, dann sind gleich auch die Polen, Russen, Rumänen usw. mit dran. Er behauptet „Zivis sind keine Mörder“, höchstens Suizidberater im Altersheim für die ganz hoffnungslosen Fälle. Dafür dürfte man Bundeswehrsoldaten auch nicht als Mörder bezeichnen, sonst könnte man zu einem Eunuchen auch Wichser sagen. Parodien sind seine Stärke, dies beweist allein die Nummer „Frontgala“, wo er sich über Norbert Blüm, Udo Lindenberg, Howard Carpendale und Herbert Grönemeyer hermacht. Nachvollziehbar ist, dass er mit „Gregor Gysi“ seinem Geschlechtsteil den Namen eines Politikers gibt, da es eher unansehnlich ist und meist von niedrigen Instinkten getrieben wird. Es werden aber auch noch andere Namensvorschläge genannt. Harte Worte werden in „Wo sind all die Terroristen?“ angeschlagen, besonders in der Parodienummer von Björn Engholm, wie er zugibt Uwe Barschel umgebracht zu haben. Der Bettnässerrap „Ich bepiss mich: Tic Tac Tot“ ist gelungen, genau wie die Persiflage auf die selbe Girlieband in „Du H(a)engst“. Unter der Leitung von Hans-Jochen Vogel dürfen dann in den Nummern „Sexualdemokratie“ und „Die eine links, die andere rechts“ jeweils Johannes Rau, Oskar Lafontaine und Rudolph Scharping einen versauten Witz erzählen. Der Schalentier-Witz in „Polen-Paule: Ein Papst am Buffet“ dürfte so manchen Katholiken übelst aufstoßen. Kleinkinder mag er ebenso wenig wie Tiere, bringt dann aber mit Heinz Sielmann in „Exhibitionen ins Tierreich“ eine seiner besten Parodien. Dann darf noch mal Herbert Grönemeyer ran, mit seinem Cover von „Was soll das?“ bevor in „…völlig abgeknallt: Der Abräumer“ bei der fiktiven Beerdigung des Kabarettisten alle Trauergäste nach und nach abgeknallt werden. Satire darf sehr weit gehen, besonders wenn sie von Ingo Appelt stammt.

Schlagworte: abräumer, appelt, ingo

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